Luft reinigen in 2022

Was bisher in Europa nur eine kleine Rolle spielte, entwickelt sich in den letzten zwei Jahren zu einem regen Markt. Seit Beginn der Pandemie potenzieren sich die Angebote um verschiedene Methoden und unterschiedlichste Geräte, die alle eine Aufgabe haben: Luft oder sogar Luft und Oberflächen von Krankheitserregern zu befreien, um Menschen besser vor Ansteckungen zu schützen - immerhin befinden wir uns 80-90% unserer Lebenszeit in Innenräumen, die gerade im öffentlichen Raum besonders hohe Keimkonzentrationen beheimaten.


Aktive vs. passive Luftreinigung

Grundsätzlich lassen sich zwei Ansätze unterscheiden: Die Luftreinigung durch das Filtern, also ein “Heraussortieren” der negativen Bestandteile unserer Raumluft und die Luftreinigung durch ein aktives Hinzufügen von Substanzen mit keimeliminierender Wirkung. Letztere Methode ist umgangssprachlich auch als Desinfizieren der Luft bekannt.


Alles vernebeln: Kann, aber muss nicht sinnvoll sein

Insbesondere bei der Vernebelung von Desinfektionsmitteln wie Natriumhypochlorit, Wasserstoffperoxid o.ä. Fluiden trifft es “Desinfektion der Luft und Oberflächen” gut. Ergänzend wird auch UV-C Bestrahlung zur Eliminierung von Pathogenen, auf Oberflächen, eingesetzt. Diese Methoden sollten jedoch unter keinen Umständen Anwendung finden, während sich Menschen ohne Schutzkleidung im Raum befinden. Die Desinfektionskraft in der Luft und auf Oberflächen ist sehr hoch und die Effektivität dieser Verfahren ist aus der Massentierhaltung bekannt.



Filtern ist harmlos

Vollkommen unbedenklich für die Anwendung in der Gegenwart von Menschen ist hingegen die Anwendung von Hepa-, Aktivkohle oder UV-C-Licht-Filtern - solange die Filter sicher in einem Gerät verbaut sind und nur durch geschultes Personal ausgetauscht und entsorgt werden können. Ein regelmäßiger Austausch der Filter ist wichtig, um Verunreinigungen der ausgestoßenen Luft zu verhindern. Auf Oberflächen haben diese passiven Systeme keine Desinfektionswirkung, hier ist eine manuelle Flächendesinfektion notwendig.



Ein Gas, ein Molekül, ein Radikal - hilft das?

Unter das Hinzufügen von Molekülen in die Raumluft fallen weitere Systeme wie Hydroxyl-Generatoren, von der NASA bereits 1994 angewendet, Ozon-Generatoren oder HOCl-Molekül-Generatoren. Während Hydroxyl und hypochlorige Säure (HOCl) unschädlich für Menschen sind, sollte ein Ozon-Generator, wie die Vernebler von Desinfektionsmitteln nicht unter Anwesenheit von Menschen ausgeführt werden, da das Gas die gleiche oxidierende Wirkung auf menschliche Zellen, wie auf Krankheitserreger hat. Hydroxyl-Radikale sind ein Bestandteil unserer Atmosphäre und reinigen diese von Schadstoffen. Leider ist die Lebensdauer von diesen Radikalen so gering (<0,2 Sekunden), dass eine zuverlässige Reinigung nur in einem kleinen Radius um einen Generator gegeben ist. Molekulares HOCl kann deutlich längere Strecke zurücklegen, bevor es sich abbaut und hat ganz nebenbei noch eine positive Auswirkung auf das Immunsystem von Menschen. Diese drei Systeme eliminieren innerhalb ihres Wirkungsradius Pathogene zuverlässig in der Luft und auf Oberflächen.



Frische Luft

Zu guter letzt bleibt das Lüften, die natürliche Zufuhr von Luft ist ein effektiver Weg Keimkonzentrationen in der Luft zu senken. Oberflächen sind hierbei jedoch nicht geschützt und die Energieeffizienz von Gebäuden wird deutlich belaste

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